Zum Hauptinhalt springen

Wenn Fürsorge zur Kontrolle wird – und Wertschätzung der Schlüssel ist

|
Das Bild zeigt eine junge Mutter die ihr Kind auf dem Arm hat und mit ihm auf einen Sonnenaufgang blickt. Es soll symbolisieren, dass wir unser uns mithilfe der Mondknoten entwickeln dürfen.
Eine Frau schaut in einem Kindergarten kritisch auf ihr Smartphone.

Liebe Wegbegleiter unserer Kinder,

diese Woche durfte ich eine kleine, aber intensive Lektion über Gruppenenergie erfahren – genauer gesagt in einer Eltern-WhatsApp-Gruppe. Eigentlich harmlos: Es ging um das Frühstück im Kindergarten. Doch aus ein paar Nachrichten über Müsli und Marmeladenbrot wurde plötzlich eine Welle aus Unzufriedenheit, unterschwelliger Kritik und passiv-aggressiven Kommentaren. Hier wurde deutlich, wie leicht Fürsorge zur Kontrolle tendieren kann.

Unter dem Deckmantel: „Ich mache mir Sorgen um mein Kind.“

Ich saß da, las die Nachrichten und spürte, wie sich in mir etwas zusammenzog. Nicht wegen des Inhalts – sondern wegen der Haltung. Denn „Sorge“ klang in diesem Fall nicht nach Verbindung, sondern nach Angriff, verpackt in Nettigkeit. Es war ein Paradebeispiel dafür, wie Fürsorge und Kontrolle Hand in Hand gehen können, wenn die Absicht nicht klar ist. Statt Miteinander entstand ein Wir-gegen-die: Eltern gegen Pädagog*innen, Unmut statt Verständnis.

Früher hätte mich so etwas verunsichert. Ich hätte versucht, zu schlichten oder zu erklären, hätte Harmonie gewahrt, um bloß keinen Konflikt auszulösen. Ich hätte die subtile Kontrolle durch Fürsorge vielleicht nicht so klar erkannt.

Aber Pluto steht derzeit genau auf meinem Aszendenten im Wassermann – und der Waage-Neumond fiel in mein 8. Haus, das Haus der Wahrheit. Das heißt: Masken fallen. Und wenn es Zeit ist, echt zu sein, kann ich nicht mehr so tun, als wäre alles in Ordnung und die Fürsorge nicht in Kontrolle umgeschlagen.

Also schrieb ich. Wertschätzend, klar, ehrlich. Ich sprach über die Mühe, die sich das Team jeden Tag gibt. Über die Frische des Essens, die Vielfalt und die Selbstständigkeit der Kinder, die durch den Buffet-Charakter und ein flexibles Zeitfenster entsteht. Und darüber, dass ein Marmeladenbrot zwar süßer, aber nicht unbedingt gesünder ist. Ich regte an, die eigene Ernährungsweise auch einmal liebevoll zu reflektieren. Ein Satz, der für manche wie ein Spiegel wirkte, weil er die Grenze zwischen Fürsorge und Kontrolle aufzeigte.

Eine Mutter nannte meinen Beitrag „ziemlich frech“. Ich lächelte und schrieb nur: „Ja, so bin ich.“

Dieser Moment war für mich wie ein innerer Befreiungsschlag. Ich blieb stehen – innerlich und äußerlich. Kein Rückzug, keine Rechtfertigung. Einfach Ich. Mein Widder-Mondknoten im zweiten Haus jubelte: Endlich steht sie mal für ihre Werte ein und lässt sich nicht von Kontrolle durch Fürsorge beeinflussen!

Einen Tag später, als Ruhe eingekehrt war, bin ich bewusst aus der Gruppe ausgetreten – weil ich gemerkt habe, wie viel Energie solche Felder ziehen, wenn man ihnen Raum gibt, besonders wenn Fürsorge zur Kontrolle verkommt. Mein Mann bleibt in der Gruppe und bekommt alle wichtigen Infos, und ich erlaube mir, in meinem Frieden zu bleiben. Ich habe dem Elternbeirat kurz vorher geschrieben, dass ich die Gruppe aufgrund der Negativität verlasse.

Wenig später bekam ich die Nachricht zurück: Die WhatsApp-Gruppe wird ohnehin neu organisiert – mit klareren Strukturen, Teilgruppen und einem Ankündigungsbereich, in dem nur die Elternbeiräte schreiben können. Ich finde das großartig, weil es zeigt, dass Bewusstsein und Veränderung immer Hand in Hand gehen können. Solche Schritte helfen, passiv-aggressive Dynamiken abzufangen und die Energie wieder auf das Wesentliche zu lenken: Verbindung, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung, fernab von Fürsorge und Kontrolle.

 

Der Waage-Neumond im 10. Haus am 21. Oktober 2025: Fürsorge und Kontrolle im Fokus

Dieser Neumond bringt uns kollektive Themen rund um Verantwortung, Haltung und Authentizität in der Öffentlichkeit. Er lädt uns ein, die Dynamik von Fürsorge und Kontrolle genauer zu betrachten.

  • Wie zeige ich mich mit meinen Werten – auch dann, wenn andere zuschauen?
  • Wie bleibe ich fair und liebevoll, ohne mich zu verbiegen, wenn der Wunsch nach Fürsorge in Kontrolle umschlägt?
  • Und wo verwechsle ich „Sorge“ vielleicht mit Kontrolle?

In meinem Fall war es eine WhatsApp-Gruppe. Aber im Grunde geht es um viel mehr: um die Frage, wie wir miteinander umgehen, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es wollen. Hier zeigt sich oft der schmale Grat zwischen Fürsorge und Kontrolle.

  • Gehen wir ins Gespräch – oder in die Bewertung, die oft eine Form der Kontrolle darstellt?
  • Suchen wir Verbindung – oder Verbündete, um unsere Kontrolle durchzusetzen?

Pädagogischer Blick auf Fürsorge und Kontrolle

Auch aus pädagogischer Sicht ist das spannend. Kinder lernen Beziehung durch das, was sie bei uns Erwachsenen erleben.

Wenn sie spüren, dass immer nur gemeckert wird, lernen sie: „So geht man mit Unzufriedenheit um.“ Sie lernen auch, wie Fürsorge und Kontrolle im Alltag gelebt werden können. Wenn sie erleben, dass wir Verantwortung übernehmen, lernen sie: „Ich darf etwas ansprechen – aber respektvoll.“ Und ja, jedes Kind isst anders. Manche sind Spätblüher, manche probieren Neues erst, wenn sie Vertrauen haben. Das ist Entwicklung. Nicht alles muss sofort „behoben“ werden. Wie Emmy Pikler schon sagte: „Lass mir Zeit.“ Das ist wahre Fürsorge, fernab von zwanghafter Kontrolle.

Darüber habe ich auch mit Maria von Mama kocht Breifrei gesprochen. Sie erzählt, dass sich in ihren Beratungsgesprächen Eltern oft wundern, warum ihr Kind kein Gemüse mag – und auf die Frage „Mögt ihr denn selbst Gemüse?“ häufig antworten: „Nein, eigentlich nicht.“ Hier zeigt sich oft eine unbewusste Kontrolle durch das eigene Essverhalten, auch wenn die Fürsorge für das Kind im Vordergrund steht.

Kinder lernen eben nicht durch Worte, sondern durch unser Vorbild. Sie ahmen nach, was sie sehen – nicht, was wir sagen. Wenn wir also selbst Wertschätzung und Neugier beim Essen (oder allgemein im Leben) vorleben, kann genau daraus das entstehen, was wir uns wünschen: Freude, Vertrauen und Offenheit, ohne den Schatten von Fürsorge und Kontrolle.

🎥 Mein Gespräch mit Maria findest du hier:
👉 https://youtu.be/bPOJYCvDsUA?si=SxBcGp-SEtPDeu35

Ein wunderschönes Buch, das genau dieses Thema vertieft, ist „Familie am Tisch“.
👉 Affiliate-Link zum Buch: https://amzn.to/4ow9Vfi

Es zeigt, dass Essen viel mehr ist als bloße Nahrungsaufnahme – dass am Tisch ganze soziale Felder entstehen: Beziehung, Zugehörigkeit, Werte und Identität. Ein gemeinsamer Tisch ist immer auch ein Ort, an dem Kinder spüren, wie wir als Familie miteinander sind, und wo wir bewusst Fürsorge leben und Kontrolle vermeiden können.

 

Goldimpuls

Vielleicht dürfen wir uns fragen:

  • ✨ Wo verstecke ich meine eigene Unsicherheit hinter dem Mantel der Sorge und praktiziere so Kontrolle?
  • ✨ Wo kann ich direkter, ehrlicher, liebevoller in Kontakt gehen, um echte Fürsorge zu zeigen?
  • ✨ Und wo darf ich mich einfach klar abgrenzen – ohne Schuldgefühl, um mich vor ungesunder Kontrolle zu schützen?

Denn auch das ist Goldverbindung: Nicht alles schönzureden, sondern das Echte zu leben – mit Respekt, Mut und Herz, jenseits von Fürsorge und Kontrolle.

 

Fazit: Authentizität statt Kontrolle durch Fürsorge

Ich glaube, dieser kleine Vorfall war kein Zufall. Er war ein Spiegel. Für mich, für uns alle. Ein Moment, in dem Authentizität wichtiger wurde als Harmonie und der uns die Dynamik von Fürsorge und Kontrolle vor Augen führte. Und vielleicht genau das, was der Waage-Neumond im 10. Haus uns lehren wollte: Echtheit ist die neue Höflichkeit.

Und vielleicht ist das auch die wichtigste Erkenntnis: Es lohnt sich immer, auch den Gegenpol zum Negativen einzubringen. Das ist wie in den Märchen – dort geht es immer um die Kräfte von Licht und Schatten, von Gut und Böse. Oder wie bei Star Wars: Lassen wir die dunkle Macht der Kontrolle gewinnen – oder stehen wir für das Licht der echten Fürsorge ein?

Nur weil manche laut sind, heißt das nicht, dass sie für alle sprechen. Wenn andere sagen, was sie stört, darfst du genauso sagen, was du gut findest. Denn jede ehrliche Stimme trägt zur Balance bei und hilft, die Fallstricke von Fürsorge und Kontrolle zu umgehen. Viele Menschen glauben, ihre Meinung sei nicht wichtig – dabei braucht es genau diese mutigen, klaren Stimmen, um ein Gleichgewicht zu schaffen.

Ja, so bin ich heißt eben auch: Ich bleibe, ich sehe, ich spreche. Ich halte meinen Standpunkt – nicht gegen andere, sondern für das, was mir wichtig ist, und das ist echte Fürsorge ohne Kontrolle.

Goldverbindung beginnt dort, wo wir echt werden – mit uns selbst und miteinander, frei von der Last der Kontrolle und voller aufrichtiger Fürsorge.

Herzlichst,

deine Sandra Fabri

 

Hinweis:

Dieser Beitrag beschreibt meine persönlichen, subjektiven Erfahrungen und Beobachtungen. Alle Namen und Details wurden bewusst anonymisiert oder neutral gehalten, um die Privatsphäre der Beteiligten zu schützen. Mir geht es nicht um Bewertung, sondern darum, Bewusstsein zu schaffen – für echte Begegnung, Wertschätzung und respektvolle Kommunikation, um die Balance zwischen Fürsorge und Kontrolle zu finden.

 

 

Sandra Fabri
Sandra Fabri

Sandra Fabri, Gründerin von Goldstern, berät Eltern und bildet Fachkräfte in der Goldverbindung® aus – um Kinder individuell und bedürfnisorientiert gemäß ihrer Seelennatur mit Hilfe der Kinderastrologie zu begleiten.

Produkte zur Kinder­astrologie