Liebe Wegbegleiter unserer Kinder,
Schlaf ist weit mehr als nur eine notwendige Pause für den Körper. Wenn wir den Kinderschlaf als Seelenreise verstehen, öffnet sich eine neue, tiefere Perspektive.
In vielen alten, indigenen Kulturen wird dieser Zustand sogar als „kleiner Tod“ bezeichnet. Das mag im ersten Moment erschreckend klingen, doch gemeint ist ein heiliger Übergang: eine Reise der Seele in eine feine, innere Welt.
Kinder sind in dieser unsichtbaren Sphäre oft noch viel natürlicher zuhause als wir Erwachsenen. Wenn sie die Augen schließen, treten sie ein in einen Raum jenseits der Logik.
Das Loslassen für die Seelenreise
Sich dem Schlaf hinzugeben, ist für ein Kind ein tiefgreifender Prozess. Es bedeutet, das wache „Ich“ loszulassen und vertrauensvoll in innere Bilder einzutauchen.
Auf seelischer Ebene ist Schlaf Schwerstarbeit. Betrachten wir den Kinderschlaf als Seelenreise, wird klar: Alles, was am Tag erlebt wurde, wird nun sortiert und integriert. Diese nächtliche Reise erfordert radikales Loslassen und tiefes Vertrauen in das Unbekannte.
Warum der Start in die Seelenreise schwerfällt
Vielleicht verstehst du nun besser, warum der Beginn dieses Kinderschlafs als Seelenreise manchen Kindern Angst macht.
Es ist oft nicht der Widerstand gegen das Bett, sondern die enorme Herausforderung, die Kontrolle über die Außenwelt zu verlieren. Für ein sensibles Kind ist dieser Schwellenübertritt zur nächtlichen Reise gewaltig.
Sicherheitsanker für die Seelenreise
Damit Kinder den Kinderschlaf als Seelenreise wagen können, brauchen sie uns als „Leuchtturm“ am sicheren Ufer der Wachwelt. Wir geben ihnen Halt durch:
- Sanfte, fließende Worte, die sie in den Schlaf wiegen.
- Rituale, die dem Nervensystem Sicherheit signalisieren.
- Spürbare Nähe, auch wenn die Augen zugehen.
- Vertraute Gegenstände als Anker zwischen den Welten.
Auch im pädagogischen Alltag hilft uns der Blick auf den Kinderschlaf als Seelenreise: Wenn ein Kind nicht einschlafen will, braucht es oft noch mehr Sicherheit, um sich überhaupt auf den Weg machen zu können.
Goldimpuls für Eltern
Beobachte heute Abend das Gesicht deines Kindes beim Übergang:
Was braucht mein Kind individuell, um sich sicher in diese „andere Welt“ fallen zu lassen? Welcher Satz oder welche Geste ist heute der Schlüssel für dieses Vertrauen?
Reflexionsfrage für dich als Fachkraft
Wie gestalte ich die Übergänge vom aktiven Alltag in die Traumwelt? Schaffe ich Räume, die das sanfte Loslassen erleichtern?
3. Teil: Träumen ist Arbeiten – Warum Kinder im Schlaf ihre Welt sortieren
Wie Träume helfen, die emotionale Innenwelt zu ordnen.
4. Teil: Der heilige Rückzugsort – Warum Kinder eine Welt brauchen, in der niemand sie sieht
Warum Alleinsein lebensnotwendige Seelenarbeit ist.
5. Teil: Wenn Kinder Nachtschreck erleben – und wie wir sie begleiten
Praktische Impulse für intensive Übergänge.
Ich freue mich darauf, mit dir gemeinsam die Brücken zwischen den Welten zu bauen.
Herzlichst,
deine Sandra Fabri